Wir widmen diesen Beitrag einem Kreditkarten Vergleich der Stiftung Warentest: Die Stiftung Warentest hat 2018/2019 über 35 verschiedene Kreditkarten von Kreditkarteninstituten und reinen Kreditkartenanbietern getestet. Schwerpunkte lagen dabei auf den Zusatzleistungen hinsichtlich Reiseversicherungen sowie auf den 2019 neu eingeführten Regularien für das Online-Shopping.

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Testsieger des Stiftung Warentest Kreditkarten Vergleich

Gleich vorweg: Der Kreditkarten Vergleich der Stiftung Warentest kam zu dem Schluss, dass keine der 35 getesteten Kreditkarten wirklich empfehlenswert ist. Entsprechend gab es auch keinen Testsieger oder ähnliches.

Bei allen Karten lagen entweder die Gebühren zu hoch oder es lagen Mängel bei dem Leistungsumfang der Reiseversicherungen vor. Der Jahrespreis für die Grundgebühr betrug je nach Kreditkarte zwischen 0 und 140 Euro. Dass es dennoch eine Art Kreditkarte Testsieger gibt, sehen wir gleich.

Stiftung Warentest Kreditkarten Vergleich

Die Stiftung Warentest hat sich bei vielen verschiedenen Banken bzw. Kreditinstituten und reinen Kreditkartenanbietern umgeschaut und mit den entsprechenden Kreditkartenangeboten zwei Testsubjekte in den imaginären Urlaub geschickt: Einen Single und ein Paar.

Der Urlaub wurde dabei finanziell simuliert, von der Buchung bis zum Rückflug sowie mit mehreren Geldabhebungen und Kreditkartennutzungen sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU.

Diese 35 Kreditkarten wurden von der Stiftung Warentest im Kreditkarten Vergleich 2018 untersucht:

  • DKB
  • Advanzia Bank
  • Targobank
  • ICS
  • Amazon
  • ADAC
  • Commerzbank
  • Norisbank

Und noch weitere: 1822direkt, American Express (Payback), BBBank, Berliner Volksbank, Comdirect, Commerzbank (Tchibo), Consorsbank, Deutsche Bank, Diners Club, DKB (MBW, Miles and More, Mini), Frankfurter Sparkasse, Frankfurter Volksbank, Hamburger Sparkasse, Hypovereinsbank, ING, Landesbank Berlin (Amazon, ADAC), N26,  PSD Bank Rhein-Rhur, Sparda-Bank Baden Würtemberg, Sparkasse Hannover, Sparkasse KölnBonn, Stadtsparkasse München, Targobank, Triodos Bank

Kreditkarten Vergleich von Stiftung Warentest (1)


Kreditkarten Testsieger der Stiftung Warentest

Testsieger 2018: Zwar konnte die Stiftung Warentest für keine der genannten Kreditkarten eine Empfehlung aussprechen – allerdings hat sich die Mastercard Gold von der Hypovereinsbank aus diesem Abseits etwas hervorgestellt, weil sich die Versicherungen für den realen Einsatz eignete. Das heißt: Die Leistungen sind nicht an den Karteneinsatz gebunden und die Gebühren sowie die finanziellen Erstattungen decken in der Regel die realen Verluste beispielsweise bei Reiseabbruch, Gepäckverlust oder Reiserücktritt.


Premium Kreditkarten Testsieger 2019: Im Jahr 2019 wurden ebenfalls ein Kreditkarten Vergleich der Stiftung Warentest durchgeführt, diesmal jedoch nicht im Hinblick auf die Zusatzversicherungen, sondern hinsichtlich der TAN-Verfahren angesichts der Umstellung des Online-Bezahlprozesses. Vielleicht hat der ein oder andere es miterlebt und wurde beispielsweise gezwungen, vom Papier-TAN- auf ein elektronisches TAN-Verfahren umzustellen. Unterstützung für alle drei TAN-Verfahren (SMS, App, Photo) boten von den 35 gefragten Anbietern nur 4 an. Einer davon war mit knapp 20 Euro Kosten für das PhotoTan-Gerät der günstigste: Consorsbank.

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Empfehlungen der Stiftung Warentest nach verschiedenen Rahmenbedingungen:

Beste Kreditkarte mit Girokonto: Die Mastercard Gold der Hypovereinsbank ist die beste Kreditkarte mit Anbindung an ein Girokonto. Es gibt sie wahlweise in Single oder Family.

Beste Kreditkarte ohne Girokonto: Ohne Girokonto sticht die Card Gold von TUI hervor. Allerdings ist diese Karte hinsichtlich der Auslands-Krankenversicherung nur bedingt geeignet. Hinter dem Anbieter TUI steckt im Übrigen die Commerzbank.

Beste kostenlose Kreditkarte: Die besten kostenfreie Kreditkarte ist nach unserer Einschätzung im Hinblick auf den Kreditkarte Vergleich der Stiftung Warentest die Wüstenrot Bank Visa Premium – hier sind die Versicherungen bedingt geeignet.

Beste Prepaid Kreditkarte: In der Kategorie beste Prepaid-Kreditkarte bzw. Kreditkarte ohne Teilzahlung sticht erneut die Card Gold oder die Card Gold One von TUI hervor.

Beste Kreditkarte mit Reiserücktrittsversicherung: Wer auf eine geeignete Reiserücktrittsversicherung Wert legt, kann auf die Card Gold oder die Card Gold One von TUI (ohne Girokonto) oder auf die Mastercard Gold der Hypovereinsbank (mit Girokonto) setzen.

Beste Kreditkarte fürs Ausland: Für das Ausland ist angesichts der geeigneten Auslandsversicherungen die Mastercard Gold von der Hypovereinsbank am Besten geeignet. Wer hingegen möglichst gebührenfrei kaufen möchte, dem ist die Visa World Card von ICS zu empfehlen.


Hintergründe zum Test der Stiftung Warentest

Kreditkarten sind längst nicht nur dazu da, um als Zahlungsmittel zu dienen und die eigene Liquidität durch Teilzahlungsvereinbarungen bzw. “Kreditkartenkredite” zu verbessern.

Stattdessen bieten praktisch alle modernen Kreditkarteninstitute und Kreditkartenanbieter eine Vielzahl an Zusatzleistungen an: Von der Auslandsversicherung über Versicherungen bei Diebstahl oder Zerstörung von per Kreditkarte gekauften Objekten bis hin zu Tankrabatten oder Rabatten bei diversen Reiseportalen und Reiseanbietern.

Die Stiftung Warentest wollte in ihrem Kreditkarten Test wissen, wie gut die Angebote insbesondere im Hinblick auf die Auslandsversicherungen tatsächlich sind bzw. ob es sich nicht doch besser lohnt, die Versicherung einzeln abzuschließen.

Unsere eigene Empfehlung der besten Kreditkarten (1)

Nach Überprüfung der Kreditkartentarife von 35 Anbietern, darunter reine Anbieter und Kreditinstitute mit einer bunten Mischung an Kreditkarten (mit oder ohne Konto, unterschiedliche Grundgebühr und Zusatzvereinbarungen), wurde für jede Kreditkarte eine Urlaubsreise finanziell simuliert: Einmal als Single-Haushalt und einmal als vierköpfige Familie.

Das Resumé seitens der Stiftung Warentest war, dass die besseren Verträge allerdings die Einzelverträge ohne Verknüpfung an die Kreditkarte sind, oftmals sind diese sogar noch günstiger. Entsprechend ist die Empfehlung der Stiftung Warentest, sich eine Standard-Kreditkarte wie beispielsweise die der ICS, die Visa World Card, zuzulegen. Bei dieser muss im Speziellen darauf geachtet werden, dass statt Teilzahlung bei Vertragsabschluss die volle Rückzahlung ausgewählt wird.

Zu dieser Standard-Kreditkarte empfiehlt sich im Falle einer Reise dann eine extra Reiseschutzversicherung wie beispielsweise die der DKV (ReiseMed Tarif RD) sowie die Ergo Direkt (RD). Hinsichtlich des Reiserücktritts nennt die Stiftung Warentest die Würzburger (Jahres-Reise-Karte Basispaket ohne SB) als gut. Die Ergebnisse eines Tests zum Thema Reiseversicherungen finden Sie hier: Reiserücktrittsversicherung Vergleich der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest macht bei ihrem Vergleich insbesondere auf die Wichtigkeit von einem zusätzlichen Reiseschutz aufmerksam. Beispielsweise werden bei Krankheit oder Unfall im Ausland seitens der gesetzlichen Krankenversicherung zwar die Rückfühungskosten übernommen, nicht aber die Behandlungskosten vor Ort. Je nach Land kann das sehr schnell sehr teuer werden, insbesondere außerhalb Europas, da im Gegensatz zu innerhalb der EU nicht einmal ein teilweiser Versicherungsschutz besteht.

Außerdem werden beim Kreditkarte Vergleich der Stiftung Warentest Besonderheiten einzelner Anbieter hervorgehoben. So gilt der Versicherungsschutz bei der TUI Card Gold hinsichtlich Reiserücktritt und Auslandskrankenversicherung zwar als geeignet bzw. eingeschränkt geeignet, allerdings mit dem Haken, dass dieser nur bei Buchung über TUI oder ein Partnerunternehmen greift.

So wie hier gibt es auch bei anderen Sonderzusätzen in der Regel einen Haken – bei der ADAC Kreditkarte beispielsweise ist ein weltweiter Tankrabatt von 5% enthalten, der allerdings bei 75 € pro Jahr gedeckelt ist. Dasselbe gilt bei Reiserabatten von mehreren Prozent, die wiederum nur bei einem bestimmten Anbieter gelten. Diese Liste ließe sich weit fortführen. Insgesamt zieht die Stiftung Warentest daraus den Schluss, sich von solchen Zusatzangeboten nicht blenden zu lassen.


Unsere eigene Empfehlung der besten Kreditkarten

Nachdem wir nun auf den Kreditkarten Vergleich der Stiftung Warentest bzw. Finanztest eingegangen sind bieten wir im folgenden noch einen Vergleichsrechner an der dabei Hilft die beste Kreditkarte für die eigenen Rahmenbedingungen auszuwählen. Wir weisen darauf hin, dass dieser Rechner nichts mit der Stiftung Warentest zu tun hat.


Oft gestellte Fragen

Uns erreichen hinsichtlich der Kreditkarten immer wieder Fragen. Wir möchten Ihnen die Fragen zum Kreditkarten Vergleich der Stiftung Warentest direkt beantworten und weiterzuhelfen.

Gehört die Zeitschrift Finanztest auch zur Stiftung Warentest?

Ja, die Zeitschrift Finanztest gehört in der Tat zur Stiftung Warentest. So wie letzteres erscheint auch Finanztest monatlich. 2018 betrug die Auflage 204.000 Stück. Glaubt man dem Institut für Demoskopie Allensbach wird Finanztest regelmäßig von 1,34 Millionen Menschen gelesen. Das hebt Finanztest auf den Platz der reichweitenstärksten Zeitschrift seitens der Wirtschaftspresse in ganz Deutschland. Entsprechend dem Namen widmet sich Finanztest anders als die Stiftung Warentest nicht etwa “Waren”, sondern Finanzprodukten.

Finanztest Stiftung Warentest

Kostenlose Bargeldabhebung

Die kostenlose Bargeldabhebung im Ausland ist Teil sehr vieler Konditionslisten von Kreditkarteninstituten und -Anbietern. Allerdings muss man hier ganz genau hinsehen: In der Regel steht immer dabei, dass sich die Gebührenfreiheit ausschließlich auf die Transaktionsgebühren seitens der Bank beziehen.

Vor Ort kann beispielsweise der Staat, der Geldautomatbetreiber oder ähnliches Gebühren erheben. Außerdem ist die kostenfreie Bargeldabhebung normalerweise auf bestimmte Geldautomaten beschränkt und manchmal sogar hinsichtlich der Höhe gedeckelt – beispielsweise 400 € pro Monat.

Kostenlose Zahlungen

Kostenlose Zahlungen bietet fast jede Kreditkarte an, insofern man damit rein elektronisch bezahlt. Auch hier kann es wieder Schlupflöcher geben: Beispielsweise sind hiermit nicht eventuelle Gebühren für den Währungstransfer gemeint. Soll heißen: Wer im Ausland mit der Kreditkarte zahlt und eine andere Währung benutzt, kann auch bei kostenloser Zahlung Gebühren zahlen.

Wir hoffen, dass spätestens mit diesem Beispiel klar wird, dass Kreditkarteninsitute und -Anbieter schließlich Marketing betreiben und dass deshalb alles hinterfragt werden sollte.

Erklärung von Charge Card, Debit Card und Prepaid Card

Charge Card: Die Charge Card ist eine Kreditkarte, die eine Teilzahlungsmöglichkeit ausschließt. Das heißt, dass der Kreditkartenanbieter zwar beim Kauf über die Kreditkarte in Vorleistung geht, dass aber ebenso der volle Betrag auf einmal daraufhin beglichen werden muss.

Debit Card: Bei einer Debit Card wiederum ist das anders: Hier ist eine Teilzahlung möglich. Entsprechend kann die Debit Card dazu genutzt werden, große Ausgaben über eine Art Minikredit seitens des Kreditkartenanbieters auf einen langen Zeitraum zu strecken. Das ist zwar sehr komfortabel weil flexibel – wer allerdings Großes vor hat, sollte sich einen (deutlich günstigeren!) Kredit suchen.

Prepaid Card: Bei einer Prepaid Card als Kreditkarte läuft die Zahlung an sich genauso ab, wie bei jeder anderen Kreditkarte. Allerdings funktioniert sie nur, wenn der entsprechende Betrag bereits auf das Kreditkartenkonto verbucht wurde. Die Prepaid Kreditkarte muss also vor dem Kauf entsprechend aufgeladen werden.